Westpersien, Provinz Arak
Ende 19. Jahrhundert
189 x 151 cm
Schätzpreis/Estimate CHF12'500.-

Purpurrote Blumenköpfe und elfenbeinfarbene, rote und walnussbraune Quincunx-Rosetten, wovon jede mit azurblauen und hellbraunen, leuchtenden Kreuzformen aus gezahnten Blattmotiven verziert ist, bedecken das ultramarine Feld in einer engen, gegeneinander versetzten Wiederholung, wodurch sich die Intensität der farblichen Werte des Design subtil über Stellen mit Abrash verändert. Eine elfenbeinfarbene Hauptbordüre zeigt eine geradlinige Rosette und ein Schema mit fallenden Blättern in Aubergine, Walnussbraun, Jadegrün, Petroleumblau und Rosa zwischen blau-schwarzen seitlichen Borten mit eckigen lapislazuliblauen und rosafarbenen floralen Mäandern und einer inneren, elfenbeinfarben grundierten Bordüre mit Rosetten-Mäandern. Es handelt sich hier um ein aussergewöhnliches Beispiel für das extrem feine, kleine Muster der Feraghan-Teppiche, die zumeist aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts stammen und wahrscheinlich als Erbstücke oder Wertanlagen konzipiert wurden und eng mit den ähnlich hochstehenden Feraghan-Sarouk-Arbeiten der selben Epoche verwandt sind. Die Tatsache, dass während einer Epoche ähnlich feine und raffinierte, in Manufakturen geknüpfte Teppiche der Senneh, Malayer, Kashan und Sarouk entstanden, wozu auch die frühen Beispiele der Bakhtiari Khan-Teppiche zählen, legt die Vermutung nahe, dass die aristokratische, wohlhabende Kultur West- und Zentralpersiens während dieser besonderen Periode der ökonomischen und politischen Blütezeit der dynastischen Qajar-Monarchie aktiv in die hochqualitative, lokale Knüpfkunst investierte. Der Ausdruck eines ruralen, geometrischen Designs und die Inkorporation ländlicher und stammestypischer Merkmale wie Farb-Abrash in einem Exemplar von solch vollendeter Gestaltung sind wiederkehrende Aspekte der Feraghan-Arbeiten dieser Güteklasse, die mit grösster Wahrscheinlichkeit im Wissen um deren schillernden endgültigen Eindruck hergestellt wurden. Es ist dies ein Feraghan für Kenner von bemerkenswerter Güte und Schönheit.
Crimson flowerheads and ivory, red and walnut brown quincunx rosettes, each with azure and light brown radiating cruciforms of serrated leaf motifs, cover the ultramarine field in a close offset repeat, the intensity of the design’s tonal values subtly changing through abrash bands the width of the field; an ivory main border details a rectilinear rosette and slanting leaf scheme in aubergine, walnut brown, jade green, petrol blue and rose, between blue-black side borders with angular lapis blue and rose floral meanders and an ivory ground rosette meander inner border. An exceptional example of the extremely fine small pattern Feraghan carpets mainly attributable to the final decades of the nineteenth century, which may be considered as items created as heirlooms or repositories of wealth, and closely related to the similarly elevated Feraghan-Sarouk works of the same period. The existence during the same era of comparably fine and sophisticated workshop-knotted examples from Senneh, Malayer, Kashan and Sarouk, as well as the earliest of the Bakhtiari Khan carpets, suggests an active investment in the most exemplary locally made carpets by the aristocratic wealth culture of west and central Persia during this particular period at the economic and political height of the Qajar dynasty monarchy. The expression of a rural geometric design and the incorporation of such rural or tribal features as colour abrash in a work of this elevated accomplishment are recurring aspects in Feraghan examples of this calibre, and were almost certainly rendered in conscious awareness of their scintillating final impression. A connoisseur-category Feraghan of notable merit and beauty.
Lit.: S. Azadi: Persian Carpets (Teheran Carpet Museum 1977), No. 16 (Feraghan-Sarouk); Sammlung Anton Danker Wiesbaden: Meisterstücke Orientalischer Knüpfkunst, Nos.85 (Feraghan) and 83 (Sarouk)