Auction:

Antike, seltene und dekorative
Teppiche, Flachgewebe und Textilien

Auction Date:

Sunday 12 November 2006
at 15.30 hours

Location:

Hotel Baur au Lac
Zürich
Lot 54 of 100 Lots

Lot: 54

bIJAR

Nordwestpersien, Kurdestan

20. Jahrhundert

226 x 141 cm

 

Schätzpreis/Estimate CHF6'800.-

54_Bidjar_226x141

Dieser Teppich ist in einer extrem feinen Struktur mit vielen in natürlicher Seide dargestellten Elementen geknüpft und zeigt ein traditionelles Bijar-Medaillon-Design auf einem weissen Feld innerhalb eingeschnittener Ecksegmente und einer knappen Bordüre. Das abgerundete in Dunkelblau und eau-de-nil gehaltene Medaillon wird von einer auffälligen beigen , ineinandergreifenden Reben-Arabeske begrenzt. Das umgebende Feld ist mit einem Flechtwerk aus Stielen mit stilisierten floralen Palmetten, Rosetten und sichelförmigen Blättern sowie diversen gefiederten, im Laub versteckten Vögeln verziert. Die petroleumblauen Ecken verfügen über mit rollenden Arabesken gestaltete Kanten, die die Umfassung der Medaillons wiederaufnehmen und zu einer rubinroten Hauptbordüre mit Rosetten auf sich schlingenden Weinreben, zu petroleumblauen, mäandrierenden kleineren Borten sowie zu elfenbeinfarbenen, mit einem schachbrettartigen Rautenmuster verzierten, Stulpen-Streifen hinführen. Die ausdrucksstarke Konstruktion des Medaillons und die generelle farbliche Tendenz lassen sich direkt aus der hochgeschätzten Medaillons-Komposition der Bijar aus dem 19. Jahrhundert ableiten, die manchmal mit dem kurdischen Dorf Helvai in Verbindung gebracht wird, wie im Fall eines verwandten Exemplars, das bei Edwards beschrieben wird. Seide wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts für die höchste Qualität der Bijar-Teppiche verwendet und erwies sich als ideal geeignet für die einzigartige, in dreifacher Schuss-Technik gearbeitete Bijar-Konstruktion. Nach dem vorliegenden Stück wurden nur noch einige wenige Teppiche in dieser herausragenden Qualität hergestellt, die damit immer seltener werden.

Knotted in an extremely fine structure, with many elements detailed in natural silk, the item employs a traditional Bijar medallion design on a white field, within incised corner pieces and a slender border. The rounded medallion is in dark blue and eau-de-nil, strikingly outlined in a beige interlacing vine arabesque, with the surrounding field embellished with a tracery of stems holding stylised floral palmettes, rosettes and sickle-shaped leaves, variously plumaged bird forms hidden within the foliage;  the petrol blue corners have scrolling arabesque edges which echo the medallion outline and lead into a ruby red main border of rosettes on looping vines, petrol blue meander minor borders and ivory diamond-chequer guard stripes. The distinctive medallion construction and general tonal tendency are directly descended from the most highly regarded nineteenth century Bijar medallion composition, sometimes associated with the Kurdish village of Helvai, as in the case of a related example illustrated by Edwards. Silk was incorporated into the finest Bijar quality in the middle years of the twentieth century, and proved ideally suited to the unique triple-wefted Bijar construction; subsequent examples in the exceptional quality of the present item were only created in very limited numbers and have since become increasingly scarce.

Lit.: A.C. Edwards: The Persian Carpet, fig. 126.

Lot 54 of 100 Lots