Südwestkaukasus
frühes 20. Jahrhundert
210 x 155 cm
Schätzpreis/Estimate CHF8'000.-

Ein elfenbeinfarbenes zehnseitiges zentrales Medaillon mit einem komplementären inneren Rhombus wird von Zungennadeln auf einem hellen tomatenroten Feld begrenzt, das vier elfenbeinfarbene rechtwinklige Abschnitte mit zungennadelartigen Ornamenten an der Aussenseite zeigt, die mit sternartigen Blumen und vier grünen Rechtecken gefüllt sind. Diese verfügen über rote zungennadelförmige innen gelegene Motive mit drei äusserlichen hakenförmigen geviertelten Rauten, die jeweils an den Enden angeordnet sind. Eine breite Bordüre in sanft schattiertem Lapislazuliblau, die mit einem sparsamen Schema aus sich neigenden Blattformen und kreuzförmigen Pfeilspitzen-Motiven verschönert ist, verläuft zwischen braunen und elfenbeinfarbenen Medachyl-Streifen. Dieses bilderbuchartige Exemplar im traditionellsten Design der Dorfgemeinschaft von Fachralo (oder Fakraly) ist bekannt für sein enges und sorgfältiges Gewebe sowie für die frische, luftige Farbgebung. Bennett merkt an, dass Webstücke dieses Ursprungs die höchsten handwerklichen und gestalterischen Standards bis weit ins 20. Jahrhundert hinein beibehalten konnten. Die beiden rechtwinkeligen Rauten-Formen des Felds werden auch mit Beispielen von Kazak-Webstücken der Karatchoph-Gruppe in Verbindung gebracht. Auch die ordentliche Anordnung der Bordüren findet sich bei anderen Kazak-Gruppen, besonders bei den Sewan Kazaks.
An ivory ten-sided central medallion with complementary inner crimson lozenge is outlined in latch-hooks against a clear tomato red field, this displaying four externally latch-hooked ivory rectangular panels filled with stellate flowers and four green rectangles holding red latch-hooked interior motifs, with three externally hooked quartered diamonds ranged along each end; a broad border in softly shaded lapis blue embellished with a spare scheme of slanting leaf forms and cruciform arrowhead motifs is set between brown and ivory medachyl stripes. This textbook specimen of the most traditional design from the village community of Fachralo (or Fakraly) is notable for its tight, careful weave and fresh, airy palette. Bennett notes how this origin maintained the highest standards of craftsmanship and design well into the twentieth century. The two rectangular lozenge forms of the field are also associated with examples from the Karatchoph group of Kazak weavings, just as the uncluttered border arrangement is found in other Kazak groups, most notably the Sewan Kazaks.
Lit.: I. Bennett: Oriental Rugs Volume I – Caucasian, Platten 23, 27 (Fachralo), Platte 17 (Sewan Kazak mit entsprechender Bordüre), Platte 33 (Karatchoph Kazak mit entsprechenden Elementen des sekundären Felds)