Zentralanatolien, Region Ushak/Isparta
frühes 20. Jahrhundert
125 x 100 cm
Schätzpreis/Estimate CHF4'800.-

Das in dunklem Karmesinrot gehaltene Feld mit hakenförmigen Gebetsgiebeln an beiden Enden zeigt drei vertikale Reihen aus ineinander übergehenden blauen und weissen Sechsecken, die aufsteigende blattartige Embleme und dazwischenliegende Kreuzformen enthalten. Dies alles findet sich innerhalb einer breiten, karmesinroten Hauptbordüre samt kräftigen blauen und elfenbeinfarbenen gegengleichen Kleeblättern und blauschwarzen sekundären Bordüren. Die innenliegende Borte zeigt mehrfach wiederkehrende Blumenköpfe, die äussere dagegen präsentiert gewundene Zierbänder aus gezahnten Blättern und sternartigen Blumen. Beide Bordüren sind in Karmesinrot, Weiss und Gold gehalten. Amberfarbene Stulpen-Streifen und eine innere Stulpe gegengleicher T-Formen in Indigo und Purpurrot komplettieren die Komposition. Dieser seltene Typus wurde im Dorf Zeyve geknüpft und am Basar von Çal gehandelt und kann vor allem aufgrund seines auffälligen Gittermusters identifiziert werden. Das Gesamtdesign ist prinzipiell mit dem von Iten-Maritz erwähnten Exemplar von Çal-Zeyve identisch, während dessen dunklere Farbgebung vielleicht von der für die nahegelegene Provinz Dazkiri typischen Herstellungsweise beeinflusst ist.
The deep crimson field with hooked prayer gables at either end details three vertical rows of conjoined blue and white hexagons containing ascending foliate devices and interspersing cruciforms, all within a broad crimson main border of powerful blue and ivory reciprocal trefoils and blue-black secondary borders, the inner with a flowerhead repeat, the outer holding a serrated-leaf and star-flower meander, both in crimson, white and gold; amber guard stripes and an inner guard of indigo and crimson reciprocal T-forms complete the composition. Knotted in the village of Zeyve and marketed in the bazaar at Çal, this scarce type is identified primarily by its distinctive field lattice. The overall design here is virtually identical to the Çal-Zeyve example of Iten-Maritz, while its darker tonality is perhaps influenced by the characteristic approach of the nearby Dazkiri district.
Lit.: J. Iten-Maritz: Le Tapis Turc, Tafeln auf S..178 (Çal-Zeyve) und S.174 (Dazkiri)