Auction:

Antike, seltene und dekorative
Teppiche, Flachgewebe und Textilien

Auction Date:

Sunday 12 November 2006
at 15.30 hours

Location:

Hotel Baur au Lac
Zürich
Lot 71 of 100 Lots

Lot: 71

Baluch

Ostpersien, Provinz Khorassan, Stamm der Ali-Mirza’i

Ende 19. Jahrhundert

183 x 103 cm

 

Schätzpreis/Estimate CHF3'200.-

71_Belouch_183x103

Ein hexagonales unterteiltes Gittermuster über dem Feld verfügt über zungennadelförmige Rauten und Rechtecke in diagonalen, farblich abgestimmten Reihen, jeweils in Indigo und Fuchsbraun auf orange-rotem Grund bzw. in Orange-Rot und Indigo auf violett-braunem Hintergrund. Eine orange-rote Hauptbordüre mit violett-braunen und indigofarbenen Rautenformen und alternierenden Ansammlungen von Göl-Shaftalu (Nektarblüten) verläuft zwischen dunkelbraunen sekundären Bordüren sowie inneren und äusseren Streifen mit rollenden S-Formen. Das von Macdonald illustrierte Ali-Mirza’i-Exemplar, das von einem Offizier der britischen Armee im nordwestlichen Grenzgebiet um 1919 CE erworben wurde, als das Stück bereits ein beachtliches Alter aufwies – dieses Exemplar also verwendet ein ähnliches Göl-Shaftalu-Schema aus kleinen, weissblättrigen Blumen auf dessen Bordüre, den selben Kontrast aus Violett-Braun und einem hellen Orange-Rot auf dem hexagonalen Feld mit Gitterraster und auch die gleiche zwingende Farbpalette wie das vorliegende Stück. Alle Farben sind natürlichen Ursprungs: das erstaunliche Orange-Rot aus Färberröte, das Dunkelblau aus Indigo, das tiefe Violett-Braun aus Walnussschalen, der Haut von Granatäpfeln und der Pistazienrinde, die mit einem typischen Mittel der Baluch, dem Mak, gebeizt wurde. Die dunkleren Abschnitte sind teilweise merklich verwittert, was eine durch Oxidation hervorgerufene übliche Erscheinung bei Baluch-Erzeugnissen und damit oftmals einen wesentlichen Faktor bezüglich der Anziehungskraft und des Sammlerwerts des jeweiligen Stücks darstellt. Daneben verfügt das Exemplar über einige kleinere Bereiche verblasster Farben, das sich ansonsten in gutem Zustand präsentiert.

An hexagonal compartmental field lattice holds hooked diamonds and rectangles in diagonal colour-matching rows, either indigo and fox brown against orange-red or orange-red and indigo against violet-brown; an orange-red main border of violet-brown and indigo diamond lozenges and alternating göl-shaftalu (nectar blossom) clusters is presented between dark brown secondary borders and S-scroll inner and outer stripes. The Ali-Mirza’i example illustrated by Macdonald – acquired by a British Army officer on the North West frontier around 1910 CE, when already significantly old – employs a similar göl-shaftalu scheme of small white-petalled flowers in its border, the same contrast of violet-brown and light orange-red in its hexagonal lattice field, and the same compelling palette as the present item. The dyes are all natural – the stunning orange-red from madder, the dark blue from indigo, the deep violet-brown from walnut shells, pomegranate peel and pistachio bark mordanted with a Baluchi ingredient called mak. There is noticeable corrosion in some of the darker areas, a common phenomenon in Baluchi weavings of this age caused by an oxidization process, and often an intrinsic element in an item’s appeal and collectable value. Some minor areas of discolouration, otherwise fair to good condition.

Lit.: B.W. Macdonald: Tribal Rugs, Tafel 152

Lot 71 of 100 Lots