Zentralanatolien
c.1910
190 x 120 cm
Schätzpreis/Estimate CHF1'500.-

Drei fünfseitige Mihrab-Bögen, zwei davon mit „Re-Entry“-Formationen an der Basis, sind hellgrün, himmelblau und auberginefarben begrenzt und horizontal entlang der längsten Achse auf einem ungebleichten, elfenbeinfarbenen Feld verteilt. An jeder Seite finden sich die äusseren Kanten zweier weiterer Mihrab-Felder, während das Ganze von einer schmalen, eingekerbten und einfärbigen auberginefarbenen Bordüre umgeben wird. Die naive Zeichnung, die Wahl eines familiären Gebetsdesigns, die unregelmässige Komposition und die strengen farblichen Kontraste sprechen dafür, dass es sich hier um die erste Arbeit eines jungen nomadischen oder bäuerlichen Webers handelt, obgleich bereits das traditionelle Repertoire der Karapinar-Tradition erkennbar ist, das zunehmend als eines der ältesten und bedeutensten im Pantheon anatolischer Webkunst angesehen wird. Die fehlende Eleganz dieser Arbeit wird durch deren enthusiastische Lebhaftigkeit und den unauslöschlichen Charme mehr als ausgeglichen.
Three five-sided mihrab arches, two with ’re-entry’ base formations, are outlined in light green, sky blue and aubergine and distributed horizontally along the widest axis against an undyed ivory background, the outer edges of two further mihrab at either side, a narrow indented plain aubergine border surrounding the whole. The naïve draughtsmanship, choice of family prayer design, irregular composition and strong tonal contrasts all point to this being the first work of a young nomadic or peasant weaver, albeit one already taught the traditional repertoire of her Karapinar heritage, increasingly recognised as among the oldest and most distinguished in the pantheon of Anatolian weaving culture. What this example lacks in elegance it more than makes up for in its enthusiastic vitality and indelible charm.