Auction:

Antike, seltene und dekorative
Teppiche, Flachgewebe und Textilien

Auction Date:

Sunday 12 November 2006
at 15.30 hours

Location:

Hotel Baur au Lac
Zürich
Lot 81 of 100 Lots

Lot: 81

Kurdish kelim

Nordwestpersien, Region Kazvin oder Veramin

Ende 19. Jahrhundert

399 x 136 cm

 

Schätzpreis/Estimate CHF4'800.-

81_Gashwin-Kelim_399x136

Auf diesem stammestypischen Kelim-Läufer zeigt das schwarze Feld auf der gesamten Fläche eine Zusammenstellung schildförmiger Embleme, die in sanften, alten Farbschattierungen von Rosa, Hellblau, Blassgrün, Beige, Blassorange und Elfenbein gestaltet und in gegeneinander versetzten, ineinandergreifenden horizontalen Reihen angeordnet sind, wodurch das Design sich in Richtung eines Gittermusters aus Rautenformen mit kreuzförmigen zungennadelartigen Rhomben am oberen Ende verändert. Eine Hauptbordüre mit rosafarbener Grundierung samt polychromen, keilförmig zugespitzten Rauten-Motiven mit kreuzförmigen Verlängerungen und eine innere, konzentrisch konstruierte und eingefärbte Bordüre aus kleineren, gezackten Rautenformen präsentieren beide zinnenartige Kanten und führen in ein äusseres Medachyl, das jeweils gegengleich in schwarzer und weisser ungebleichter Wolle gestaltet ist. Dieser äusserst attraktive lange Kelim im Kenareh-Format zeichnet sich durch eine effektvolle Mischung ungebleichter schwarzer und weisser Wolle mit sanften, alten Natur- und Anilinfarben in einem sparsamen dekorativen Stil aus, der typisch für kurdische Webstücke des 19. Jahrhunderts aus den Stammesgemeinschaften rund um die Basar-Städte Veramin und Kazvin ist. Das gitterrasterartige Design mit Rautenformen am oberen Ende des Felds zählt zum allgemeinen kurdischen Repertoire des nordwestlichen Persien, während die Verwendung einer schwarzen Grundfläche oftmals mit der stammestypischen Webkunst der Kurden aus Veramin in Verbindung gebacht wird. Ein ähnliches, jedoch kleineres Motiv als das heraldische Ornament, das mehrfach am Feld dieses Kelims vorkommt, findet sich auch am bekannten Shahsevan-Kelim aus der Hamburger Ausstellung von 1971 wieder. Die Vielfalt, die Komposition und die Gesamtharmonie der Farben und des unverstellten Designs machen dieses alte persische Flachgewebe zu einer bemerkenswerten Leistung von hohem Sammlerwert.   

In this tribal kelim runner the black field holds an allover display of shield-like emblems woven in mellow old shades of rose-pink, light blue, pale green, beige, pale orange and ivory and composed in offset interlocking horizontal rows, the design changing to a diamond lattice containing cruciform latch-hook diamonds at the upper end; a rose ground main border of polychrome attenuated diamond motifs with cruciform appendages and an ivory inner border of smaller crested diamond motifs of concentric construction and colour are both detailed with crenellated edges and lead into an outer medachyl reciprocal in black and white undyed wool. This most attractive long kenareh-format kelim employs an effective mixture of undyed black and white wool and soft old natural and aniline dyes with a spare decorative style which is typical of nineteenth century Kurdish weaving from the tribal communities established around the bazaar towns of Veramin and Kazvin. The diamond lattice design at the top of the field belongs to the generic Kurdish repertoire of north west Persia while the use of a black ground is often associated with the tribal weaving culture of the Kurds of Veramin. A smaller related motif to the heraldic ornament used in the field repeat can be seen in the well-known Shahsevan kelim from the 1971 Hamburg exhibition. The range, composition and overall harmony of colours and elegantly uncluttered design make this an old Persian flat-weave of considerable collectable and decorative merit.

Lit.: P.W. Meister et al: Persische Teppiche (Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg 1971) Tafel 51

Lot 81 of 100 Lots